Bitcoin-ETFs sammeln 731 Millionen Dollar an einem Tag ein

Die US-Bitcoin-ETFs verbuchen 731 Millionen Dollar Zufluss, den stärksten Tag seit Januar. BlackRock dominiert, der Bitcoin-Kurs steigt wieder über 81.000 Dollar.

Tobias Reinhardt Märkte

Die US-Bitcoin-ETFs haben am 3. September 2026 den stärksten Zuflusstag seit Monaten verbucht. Nach Daten des Analysehauses SoSoValue flossen an einem einzigen Handelstag rund 731 Millionen Dollar netto in die Produkte. Es war der größte Tageszufluss seit dem 14. Januar und nach jenem Rekordtag der zweitstärkste seit Auflegung der Fonds. Der Umschwung fällt auf, weil die Woche zuvor von Abflüssen und fallenden Kursen geprägt war.

Der stärkste Tag seit Januar

Im Januar hatte ein einzelner Handelstag rund 843,6 Millionen Dollar in die Fonds gespült. An diese Marke reicht der 3. September nicht ganz heran, doch mit 731 Millionen Dollar liegt er klar über allem, was in den vergangenen sieben Monaten zu sehen war. Für ein Segment, das im August noch Kapital verloren hatte, ist das eine deutliche Trendwende. Erst kürzlich blieben selbst frische Zuflüsse in den Bitcoin-ETF ohne spürbare Kurswirkung.

Der Sprung kommt nach einer schwachen Phase. Zuvor war der Bitcoin-Kurs unter 78.000 Dollar gefallen, belastet von steigenden Ölpreisen und Zinssorgen. Mit den neuen Zuflüssen arbeitete sich der Kurs nach Angaben der Datendienste wieder über die Marke von 80.000 Dollar und im Tagesverlauf über 81.000 Dollar zurück.

BlackRock dominiert die Zuflüsse

Den Löwenanteil trug erneut BlackRock. In den iShares Bitcoin Trust, kurz IBIT, flossen allein rund 454 Millionen Dollar. Das entspricht mehr als 60 Prozent des gesamten Geldes, das an diesem Tag in die US-Bitcoin-ETFs wanderte. Die Konzentration auf einen einzigen Anbieter ist kein neues Muster, sondern zieht sich seit dem Start der Fonds durch fast jede Zuflussstatistik.

Für Anleger im deutschsprachigen Raum bleibt der Zugang indirekt. Ein börsengehandelter Fonds nach US-Vorbild ist hierzulande nicht zugelassen. Wer die Gründe dafür nachvollziehen möchte, findet sie in unserer Einordnung, warum es in Deutschland bisher keinen Krypto-ETF wie in den USA gibt. Stattdessen greifen viele Anlegerinnen und Anleger zu ETPs an der Deutschen Börse oder zur direkten Verwahrung.

Was den Umschwung ausgelöst hat

Als Auslöser nennen Marktbeobachter vor allem die geldpolitischen Signale aus den USA. Analysten verwiesen laut The Block auf Äußerungen von Fed-Direktor Christopher Waller, der die Zinsen bei weiter nachlassender Inflation stabil halten wolle. Solche Aussichten stützen risikoreichere Anlagen und gelten am Kryptomarkt als Rückenwind. Niedrigere Zinsen senken die Attraktivität von Anleihen und Tagesgeld, wovon zinslose Anlagen wie Bitcoin traditionell profitieren.

Ob der einzelne Tag den Beginn einer neuen Zuflussserie markiert, lässt sich aus einer 24-Stunden-Momentaufnahme nicht ableiten. Die ETF-Ströme schwanken stark und drehen mitunter innerhalb weniger Tage. Klar ist nur, dass institutionelles Kapital nach der Sommerflaute vorsichtig zurückkehrt, sobald sich der geldpolitische Ausblick aufhellt.

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