Bitcoin-ETFs verlieren 487 Millionen Dollar am 7. Oktober

Bitcoin-ETFs verzeichneten am 7. Oktober 2026 Abflüsse von 487 Millionen Dollar. BlackRock IBIT führt mit 208 Millionen. Größter Abfluss seit Juni 2026.

Tobias Reinhardt Märkte

Bitcoin-ETFs verzeichneten am 7. Oktober 2026 einen Nettoabfluss von 487 Millionen Dollar. Es ist der größte Tagesabfluss seit dem 25. Juni 2026. BlackRock führte die Liste der Bitcoin-ETF-Abflüsse an. Der Bitcoin-Kurs fiel am Tag darauf unter 82.000 Dollar.

BlackRocks IBIT verlor laut Daten von Farside Investors 208 Millionen Dollar. Damit war IBIT für fast die Hälfte des Gesamtabflusses verantwortlich. Fidelitys FBTC folgte mit 64 Millionen Dollar Abfluss. Ark Invests ARKB verzeichnete 50 Millionen Dollar Abflüsse. Grayscales GBTC verlor 36 Millionen Dollar.

Nur wenige Fonds zogen Geld an. Die übrigen ETFs blieben neutral oder verzeichneten ebenfalls Abflüsse. Der Nettoabfluss von 487 Millionen Dollar steht im Kontrast zu den starken Zuflüssen im September 2026.

Kehrtwende nach starkem September

Im September hatten die Bitcoin-ETFs insgesamt 3,06 Milliarden Dollar angezogen. Es war der stärkste Monat des Jahres 2026. Die Zuflüsse trieben den Bitcoin-Kurs von rund 75.000 Dollar Ende August auf über 86.000 Dollar Anfang Oktober. Die institutionelle Nachfrage schien wieder Fahrt aufzunehmen.

Der Abfluss am 7. Oktober markiert eine abrupte Wende. Institutionelle Anleger nahmen Gewinne mit oder schichteten in andere Anlageklassen um. Die genauen Motive bleiben unklar. Die ETF-Daten zeigen nur die aggregierten Nettoflüsse, nicht die Entscheidungen einzelner Anleger.

Zwischen dem 30. September und dem 4. Oktober verzeichneten die Fonds noch Zuflüsse von insgesamt 731 Millionen Dollar. Der Stimmungswechsel kam binnen weniger Tage. Ein möglicher Auslöser waren steigende Ölpreise und die Erwartung weiterer Zinserhöhungen durch die Federal Reserve. Die Renditen zehnjähriger US-Staatsanleihen stiegen auf 4,8 Prozent.

Bitcoin fiel unter 82.000 Dollar

Der Bitcoin-Kurs reagierte am 8. Oktober mit einem Rückgang. Bitcoin fiel von 83.000 Dollar auf knapp unter 82.000 Dollar. Das Niveau hielt sich bis zum 9. Oktober. Die Marke von 82.000 Dollar gilt als wichtige Unterstützung. Ein Bruch könnte weitere Verkäufe auslösen und den Kurs in Richtung 78.000 Dollar drücken.

Der Kurs bewegt sich seit Anfang Oktober in einer Spanne zwischen 82.000 und 86.000 Dollar. Die starken ETF-Abflüsse setzen die Unterstützung unter Druck. Gleichzeitig zeigen On-Chain-Daten, dass langfristige Halter ihre Bestände nicht verkaufen. Die Börsenbestände von Bitcoin liegen weiterhin nahe eines Drei-Jahres-Tiefs.

Breitere Marktsignale bleiben positiv

Trotz des Tagesabflusses bleiben die ETF-Zuflüsse im Jahr 2026 insgesamt positiv. Seit Jahresbeginn haben die Fonds netto über 50 Milliarden Dollar angezogen. JPMorgan schätzte in einer Analyse Anfang Oktober, dass die ETFs maßgeblich zur Erholung des Kryptomarktes beigetragen haben.

Die institutionelle Nachfrage hat sich im Vergleich zu 2025 stabilisiert. Damals prägten starke Schwankungen das Bild. 2026 zeigen sich die Zuflüsse stetiger. Ein einzelner großer Abfluss ändert daran wenig. Die Frage ist, ob der 7. Oktober ein Ausreißer bleibt oder den Beginn einer länger anhaltenden Abflusswelle markiert.

Die nächsten Tage werden zeigen, ob institutionelle Anleger weiter verkaufen oder ob die Nachfrage zurückkehrt. Die Bitcoin-ETFs gelten seit ihrer Zulassung als wichtigster Indikator für institutionelles Interesse. Ein anhaltender Abfluss könnte den Kurs weiter unter Druck setzen und die positive Stimmung des Septembers kippen.

Ethereum-ETFs im Plus

Während die Bitcoin-Fonds Geld verloren, verzeichneten die Ethereum-ETFs am 7. Oktober Zuflüsse. Die Ethereum-Fonds zogen netto 17 Millionen Dollar an. Das deutet darauf hin, dass Anleger umschichteten, nicht den Kryptomarkt insgesamt verließen.

Ethereum handelt Anfang Oktober bei rund 2.500 Dollar. Der Kurs hält die Marke seit mehreren Wochen. Die Ethereum-ETFs haben seit ihrer Einführung deutlich weniger Volumen angezogen als die Bitcoin-Fonds. Die Zuflüsse am 7. Oktober waren dennoch bemerkenswert, da sie gegen den Trend bei Bitcoin liefen.

Die Divergenz zwischen Bitcoin- und Ethereum-ETFs könnte auf unterschiedliche Anlegergruppen hindeuten. Während Bitcoin-ETFs vor allem von traditionellen Asset Managern gekauft werden, ziehen Ethereum-ETFs eher technikaffine Investoren an. Diese sehen in Ethereum mehr als nur ein Wertaufbewahrungsmittel. Die Staking-Funktion spielt dabei eine Rolle.

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