Eine Milliarde fließt in einen Solana-ETF, der 39 Prozent verlor

Der Bitwise-Solana-ETF BSOL knackt eine Milliarde Dollar, doch der Anteilswert fiel im ersten Halbjahr um fast 39 Prozent. Die Rendite steckt allein im Staking.

Tobias Reinhardt Märkte

Am 26. August 2026 knackte der Bitwise-Solana-ETF als erstes US-Produkt seiner Art die Marke von einer Milliarde Dollar. Genau 1,0175 Milliarden Dollar verwaltete der Fonds mit dem Kürzel BSOL zu diesem Zeitpunkt. Bemerkenswert ist nicht die Zahl allein, sondern was die Anleger dafür in Kauf nahmen. Wer den Solana-ETF im ersten Halbjahr hielt, sah den Wert je Anteil deutlich fallen.

Der Anteilswert rutschte von 16,37 Dollar zum Jahresende 2025 auf 10,01 Dollar am 30. Juni 2026. Ein Rückgang von 38,85 Prozent in sechs Monaten, wie crypto.news vorrechnet. Im selben Zeitraum flossen dem Produkt netto 267,1 Millionen Dollar zu. Das Geld kam also, während der Kurs sank.

Die Rendite steckt im Staking

Ein Grund für den Zulauf liegt in der Struktur. Rund 96 Prozent des gehaltenen Solana sind über den Anbieter Helius gestaked. Daraus ergibt sich laut Solana Compass eine Netto-Belohnung von 5,80 Prozent pro Jahr, nach Abzug einer Sponsorgebühr von 0,20 Prozent. Brutto sind es 6,17 Prozent.

Diese laufende Verzinsung unterscheidet einen Staking-ETF von einem reinen Bitcoin-Fonds. Sie ändert aber nichts an der einfachen Rechnung des vergangenen Halbjahres: Fünf bis sechs Prozent Ertrag im Jahr gleichen einen Kursverlust von fast 39 Prozent nicht aus. Der Zufluss folgte der Aussicht auf laufende Ertraege, nicht der Wertentwicklung. Ein ähnliches Muster beim Angebot zeigt sich bei Ethereum, wo Staking und ETFs den freien Umlauf verknappen.

Wer kauft, wer verkauft

Aufschluss geben die institutionellen Bestände. Größter bekannter Halter ist Goldman Sachs mit 88,1 Millionen Dollar zum 30. Juni, verteilt über Produkte von Bitwise, Grayscale und Fidelity. Die Bank hatte ihre Position im ersten Quartal abgebaut und im zweiten wieder aufgebaut. Berater waren im zweiten Quartal netto Käufer, Hedgefonds netto Verkäufer. BSOL allein steht für 79 Prozent aller kumulierten Zuflüsse unter den sechs US-Solana-Produkten.

Am 24. August nahmen sämtliche US-Solana-ETFs zusammen 33,5 Millionen Dollar an einem Tag auf, davon 25 Millionen bei BSOL. Der Fonds war Ende Oktober 2025 gestartet. Ein Jahr später ist er das mit Abstand größte Produkt seiner Kategorie.

Was Anleger im DACH-Raum beachten sollten

Ein US-notierter Solana-ETF wie BSOL ist für Privatanleger in Deutschland, Österreich und der Schweiz in der Regel nicht direkt handelbar. Der übliche Weg führt über an der Xetra gelistete Krypto-ETN, die ebenfalls Staking-Erträge weiterreichen können. Rechtlich sind diese Papiere Schuldverschreibungen, keine Sondervermögen, was ein anderes Risikoprofil bedeutet als ein US-Fonds.

Steuerlich lohnt der genaue Blick. Wer Solana direkt hält und nach einem Jahr verkauft, bleibt in Deutschland nach Paragraf 23 EStG steuerfrei. Bei einem börsengehandelten Wertpapier greift diese Frist nicht ohne Weiteres, hier gilt die Abgeltungssteuer. Die Zahlen aus den USA sind ein Signal, wie stark Staking-Produkte Kapital anziehen. Sie sind kein Versprechen auf steigende Kurse.

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