Der Krypto-Handel zieht in die Banking-App der Sparkasse ein. Nach Angaben aus der Finanzbranche startet die Sparkassen-Finanzgruppe im Oktober 2026 einen eigenen Krypto-Handel direkt in der bekannten App, aufgebaut von der DekaBank unter dem Namen Krypto powered by Deka. Damit erhalten Millionen Bankkundinnen und Bankkunden erstmals Zugang zu Bitcoin und Co. ohne Umweg über eine externe Krypto-Börse. Der Schritt markiert eine bemerkenswerte Kehrtwende, denn dieselbe Bankengruppe hatte den Handel mit Kryptowährungen jahrelang abgelehnt.
Was genau kommt und wann
Der Zeitplan sieht eine interne Testphase im September und den breiteren Start Mitte Oktober vor. Angeboten werden zunächst Bitcoin, Ethereum, XRP, Solana und Polygon. Die technische Abwicklung, die Verwahrung und die Benutzeroberfläche liefert die DekaBank als hundertprozentige Tochter der Sparkassen. Die nötige Liquidität stellt die Börse Stuttgart Digital bereit, die als MiCA-konformer Anbieter auftritt. Wichtig für Anleger: Jedes Institut entscheidet selbst, ob und wann es die Funktion freischaltet. Der Krypto-Handel rollt also in Wellen aus, nicht auf einen Schlag bundesweit.
Bei den Kosten ist bisher nur ein Teil öffentlich. Fällig wird eine feste Ordergebühr von 0,99 Euro pro Transaktion. Hinzu kommt ein Spread, also die Differenz zwischen An- und Verkaufskurs, den die DekaBank festlegt und der bislang nicht beziffert wurde. Für die Gesamtkosten ist gerade dieser Spread entscheidend, weshalb ein Vergleich mit spezialisierten Handelsplätzen erst nach dem Start seriös möglich sein wird.
Volksbanken ziehen parallel nach
Die Sparkassen sind nicht allein. Auch die Volks- und Raiffeisenbanken bereiten über die DZ Bank ein eigenes Angebot mit dem Namen meinKrypto vor, bei dem die VR-Bank Würzburg als erstes Haus vorangeht. Damit öffnen sich in kurzer Folge die beiden grössten Retail-Bankennetze Deutschlands für den direkten Krypto-Handel. Regulatorisch profitieren die Institute von der einheitlichen MiCA-Aufsicht: Weil die Deka die Rolle des lizenzierten Dienstleisters übernimmt, muss nicht jede einzelne Sparkasse eine eigene Erlaubnis als Krypto-Verwahrer beantragen. Wie die Aufsicht die Anbieterlandschaft ordnet, zeigt der Überblick dazu, wie die BaFin unter MiCA die ersten Anbieter lizenziert hat.
Bequem, aber nicht ohne Fragen
Für viele Anleger senkt das Angebot die Einstiegshürde spürbar, weil das gewohnte Online-Banking als Zugang genügt. Die BaFin bleibt dennoch nüchtern und betont, dass eine Anlage in Kryptowährungen genauso spekulativ ist wie zuvor, unabhängig davon, wer sie anbietet. Das deckt sich mit früheren Warnungen, wonach sich viele Krypto-Anleger bei den Grundlagen irren. Wer über die Bank kauft, sollte zudem wissen, dass die Coins zunächst im Rahmen der Deka-Lösung verwahrt werden. Wer die volle Kontrolle über seine Bestände will, kommt an der Frage der eigenen Verwahrung per Hardware-Wallet nicht vorbei. Bequemlichkeit und Eigenverantwortung sind beim Bank-Krypto zwei verschiedene Dinge.