102,7 Millionen Dollar am ersten Handelstag: ETF-Flows starten ins vierte Quartal
Bitcoin-ETFs verzeichneten am 2. Oktober 2026 Nettozuflüsse von 102,7 Millionen Dollar. Es war der erste Handelstag im Oktober und der Start einer Phase, die in der Krypto-Community als "Uptober" bekannt ist. Der Begriff spielt auf die historische Tendenz an, dass Bitcoin im Oktober häufiger steigt als fällt. Am 2. Oktober notierte BTC bei rund 85.900 Dollar, ein Plus von 2,1 Prozent binnen 24 Stunden.
Die ETF-Zuflüsse folgten auf einen Abfluss von 148,7 Millionen Dollar am Vortag. Das Hin und Her ist typisch für die tägliche Volatilität institutioneller Flows. Entscheidender ist der Kontext: Im September flossen 2,65 Milliarden Dollar in Bitcoin-ETFs. Das gesamte dritte Quartal 2026 brachte 6,34 Milliarden Dollar an Zuflüssen. Bitcoin selbst legte im dritten Quartal um 42,71 Prozent zu.
Das Muster hinter dem Hype
"Uptober" ist kein offizieller Marktzyklus, sondern eine Beobachtung. Seit 2013 schloss Bitcoin in neun von dreizehn Oktobern im Plus. Die durchschnittliche Rendite lag bei etwa 22 Prozent in positiven Jahren. Skeptiker argumentieren, dass diese Statistik zu dünn ist, um daraus ein Muster abzuleiten. Befürworter verweisen auf makroökonomische Faktoren: Das vierte Quartal bringt oft Jahresendkäufe institutioneller Investoren, die ihre Portfolios vor dem Geschäftsjahresende ausbalancieren.
Die Erwartung selbst könnte den Effekt verstärken. Wenn genügend Marktteilnehmer an "Uptober" glauben und entsprechend positionieren, steigt die Nachfrage tatsächlich. Das funktioniert, bis es nicht mehr funktioniert. Im Oktober 2023 stieg Bitcoin um 28 Prozent. Im Oktober 2024 legte er 11 Prozent zu. Zwei Jahre in Folge bestätigten das Narrativ. Das erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass Anleger 2026 erneut darauf setzen.
Ethereum-ETFs im Minus
Während Bitcoin-Fonds Zuflüsse verzeichneten, erlebten Ethereum-ETFs am 2. Oktober den dritten Tag in Folge Abflüsse. Insgesamt flossen 55,4 Millionen Dollar ab. Das Gesamtvermögen der Bitcoin-ETFs erreichte 109,3 Milliarden Dollar mit kumulierten Zuflüssen von 57,6 Milliarden Dollar seit ihrer Einführung im Januar 2024.
Die Diskrepanz zwischen Bitcoin und Ethereum zeigt, dass institutionelle Anleger nicht pauschal in Krypto investieren. Sie differenzieren nach Asset. Bitcoin profitiert von seiner Rolle als digitales Wertaufbewahrungsmittel und von der regulatorischen Klarheit, die ETFs mit sich brachten. Ethereum konkurriert mit Layer-2-Lösungen und Smart-Contract-Plattformen, was die Bewertung komplexer macht. Die makroökonomischen Rahmenbedingungen bleiben herausfordernd: Die Federal Reserve signalisiert weitere Zinserhöhungen, was traditionell risikoreichere Assets belastet.
Oktober als Testfall für das Narrativ
Die 102,7 Millionen Dollar vom 2. Oktober sind ein Datenpunkt, kein Trend. Das "Uptober"-Narrativ wird sich in den kommenden Wochen beweisen oder widerlegen müssen. Die makroökonomischen Rahmenbedingungen sind gemischt: Die US-Notenbank Federal Reserve signalisiert weitere Zinserhöhungen, was risikoreichere Assets tendenziell belastet. Gleichzeitig suchen Investoren nach Inflationsschutz, wofür Bitcoin als Argument dient.
Ob Oktober 2026 tatsächlich ein starker Monat wird, hängt weniger von historischen Mustern ab als von aktuellen Flows, regulatorischen Entwicklungen und makroökonomischen Schocks. Die ETF-Zuflüsse sind ein Indikator dafür, dass institutionelles Interesse besteht. Ob daraus ein nachhaltiger Aufwärtstrend wird, zeigt sich in den kommenden drei Wochen.