Bitcoin-ETFs drehen ins Plus: 2,4 Milliarden in einer Woche

Bitcoin-ETFs sammelten 2,4 Milliarden Dollar in einer Woche und drehten nach neun Monaten Abflüssen ins Plus. BlackRock und Fidelity führen die Käufe an.

Tobias Reinhardt Nachrichten

Bitcoin-ETFs in den USA sammelten in der Woche vom 23. bis 27. September 2026 insgesamt 2,4 Milliarden US-Dollar ein - der höchste wöchentliche Zufluss seit Oktober 2025. Damit drehten die Spot-Bitcoin-Fonds erstmals in diesem Jahr ins Plus und beendeten neun Monate anhaltender Nettoabflüsse. Der Wendepunkt kam am 23. September 2026, als innerhalb von 24 Stunden fast eine Milliarde Dollar in die Fonds floss.

BlackRock und Fidelity führten die Käuferliste an. BlackRocks IBIT zog allein 1,2 Milliarden Dollar an, Fidelitys FBTC weitere 890 Millionen. Die übrigen neun zugelassenen Anbieter blieben deutlich dahinter zurück. Ark Invests ARKB sammelte 78 Millionen ein, Bitwises BITB 52 Millionen. Grayscales GBTC verzeichnete weiterhin Abflüsse, wenn auch in geringerem Umfang als in den Vormonaten. Insgesamt verlor GBTC in der Woche 340 Millionen Dollar.

Was sich in einer Woche änderte

Der Stimmungswechsel kam überraschend. Noch Mitte September hatten dieselben ETFs an fünf aufeinanderfolgenden Handelstagen Geld verloren. Drei Faktoren erklären die Wende: Erstens sank die Markterwartung für eine weitere Zinserhöhung der Federal Reserve im November von 68 auf 52 Prozent. Zweitens stabilisierte sich der Bitcoin-Kurs über 84.000 Dollar, nachdem er Anfang September unter 79.000 Dollar gefallen war. Drittens kehrten institutionelle Käufer zurück, die seit dem zweiten Quartal weitgehend abwesend waren.

Die Daten stammen von SoSoValue, einem auf ETF-Flüsse spezialisierten Analyseunternehmen. Dessen Dashboard zeigt: Die kumulierten Nettozuflüsse aller Bitcoin-ETFs liegen nun bei 180 Millionen Dollar für 2026. Im Mai hatten sie noch ein Minus von 2,2 Milliarden Dollar ausgewiesen.

BlackRock dominiert weiter

BlackRocks IBIT hält mittlerweile 38 Prozent des gesamten in Bitcoin-ETFs verwalteten Vermögens. Das entspricht rund 42 Milliarden Dollar in Bitcoin. Fidelity kommt auf 22 Prozent. Grayscale, einst Marktführer, ist auf 18 Prozent gefallen. Der Konzentrationstrend setzt sich fort: Die beiden größten Anbieter ziehen 87 Prozent der Zuflüsse an.

Auffällig ist die Zurückhaltung europäischer Anleger. Während US-ETFs Rekordwochen feiern, bleiben die auf Xetra gelisteten Bitcoin-ETPs im einstelligen Millionenbereich. Deutsche Anleger bevorzugen weiterhin börsengehandelte Produkte von 21Shares, VanEck und WisdomTree, die jedoch rechtlich als ETNs strukturiert sind und keine direkte Vergleichbarkeit zu den US-Fonds aufweisen. Die unterschiedliche Regulierung spielt eine Rolle: In Deutschland gelten für ETPs andere Kapitalanforderungen als für US-ETFs. Zudem fehlt hierzulande die Möglichkeit, Optionen auf ETPs zu handeln, was institutionelle Absicherungsstrategien erschwert.

Ethereum-ETFs verlieren Schwung

Ethereum-Fonds beendeten ihre siebentägige Zufluss-Serie am 27. September. An diesem Tag zogen Anleger 12 Millionen Dollar ab. Die Wochenbilanz blieb mit 48 Millionen Dollar positiv, aber weit unter den Bitcoin-Zahlen. Ether-ETFs haben seit ihrer Zulassung im Juli 2026 insgesamt 420 Millionen Dollar Nettoabflüsse verzeichnet.

Der Unterschied erklärt sich teilweise aus der Struktur. Ethereum-ETFs können nicht am Staking teilnehmen, da die SEC diese Funktion bislang nicht genehmigt hat. Anleger, die Rendite aus ihren Ether-Beständen erzielen wollen, halten die Coins direkt oder nutzen DeFi-Protokolle.

Ausblick auf Oktober

Die erste Oktoberwoche wird zeigen, ob die Zuflüsse anhalten. Drei Risiken stehen im Raum: die US-Inflationsdaten am 10. Oktober, der Fed-Zinsentscheid am 16. Oktober und die vierteljährlichen Unternehmensberichte großer Tech-Konzerne ab Mitte Oktober. Alle drei könnten die Liquidität am Markt beeinflussen. Der Markt preist derzeit eine 52-prozentige Wahrscheinlichkeit für eine Zinserhöhung um 25 Basispunkte ein. Sollte die Fed die Zinsen wider Erwarten unverändert lassen, könnte eine weitere Rallye folgen.

Historisch gesehen ist Oktober für Bitcoin ein starker Monat. In sechs der letzten acht Jahre legte der Kurs im Oktober zu. Ob sich das Muster wiederholt, hängt davon ab, ob institutionelle Käufer bei den aktuellen Preisniveaus nachkaufen oder abwarten.

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