Bitcoin Mining Difficulty fällt um 10 Prozent

Bitcoin Mining Difficulty sinkt um 10% auf 132,76 TH. Zweitgrößter Rückgang 2026. Hashprice steigt auf 30 USD trotz fallender Hashrate auf 950 EH/s.

Tobias Reinhardt Märkte

Bitcoin Mining Difficulty fällt um 10 Prozent

Die Bitcoin Mining Difficulty ist Anfang Oktober 2026 um 10 Prozent gefallen. Das ist der zweitgrößte Rückgang im laufenden Jahr. Die Difficulty liegt nun bei 132,76 Terahash und damit auf dem niedrigsten Stand seit April 2026.

Die Anpassung erfolgte automatisch am Block 969.305. Bitcoin passt die Mining Difficulty alle 2.016 Blöcke an, um die durchschnittliche Blockzeit bei zehn Minuten zu halten. Der Rückgang zeigt, dass weniger Rechenleistung im Netzwerk aktiv ist. Miner mit älteren Geräten oder höheren Stromkosten haben in den letzten Wochen abgeschaltet.

Die Hashrate des Bitcoin-Netzwerks lag Anfang Oktober bei etwa 950 Exahash pro Sekunde. Im August 2026 erreichte sie noch kurzzeitig 1.001 Exahash. Der Rückgang um fünf Prozent innerhalb von zwei Monaten deutet auf wirtschaftlichen Druck bei den Minern hin.

Hashprice steigt trotz fallender Difficulty

Parallel zum Difficulty-Rückgang ist der Hashprice auf über 30 US-Dollar pro Petahash und Tag gestiegen. Das ist ein Plus von 22 Prozent gegenüber Anfang September 2026. Der Hashprice gibt an, wie viel Umsatz ein Miner pro eingesetzter Rechenleistung erzielt.

Der Anstieg des Hashprice kompensiert den Difficulty-Rückgang teilweise. Für verbleibende Miner wird das Mining profitabler, wenn weniger Konkurrenz um die Block-Belohnungen besteht. Allerdings liegt der Bitcoin-Kurs mit 86.100 US-Dollar am 6. Oktober 2026 immer noch unter dem Niveau vom Januar 2026, als er kurzzeitig 92.000 US-Dollar erreichte.

Die Block-Belohnung beträgt seit dem Halving im April 2024 nur noch 3,125 Bitcoin. Bei einem Kurs von 86.100 US-Dollar entspricht das rund 269.000 US-Dollar pro Block. Transaktionsgebühren machen derzeit etwa 2 bis 5 Prozent der Miner-Einnahmen aus. An Tagen mit hoher Netzwerkauslastung können die Gebühren auf 10 Prozent steigen, bleiben aber deutlich unter den Werten von 2023.

Warum Miner abschalten

Drei Faktoren treiben Miner aus dem Markt. Erstens sind die Stromkosten in vielen Regionen gestiegen. Laut Daten von CoinShares liegt der durchschnittliche Strompreis für Bitcoin-Miner im dritten Quartal 2026 bei 4,8 US-Cent pro Kilowattstunde. Das ist 15 Prozent mehr als im Vorjahr. In Texas, einem der größten Mining-Standorte, stiegen die Preise noch stärker.

Zweitens macht die niedrige Block-Belohnung nach dem Halving das Mining weniger lukrativ. Geräte, die vor 2023 produziert wurden, arbeiten oft nicht mehr profitabel. Diese älteren ASIC-Miner verbrauchen mehr Strom pro Terahash als neuere Modelle.

Drittens haben einige große Mining-Firmen ihre Kapazitäten reduziert. Mehrere börsennotierte Miner in den USA verkauften im September 2026 Bitcoin aus ihren Reserven, um Schulden zu bedienen. Das deutet auf finanzielle Engpässe hin.

Difficulty-Rückgang als Marktbereinigung

Der Difficulty-Rückgang ist Teil eines normalen Marktzyklus. Wenn der Bitcoin-Kurs fällt oder die Kosten steigen, schalten ineffiziente Miner ab. Die verbleibenden Teilnehmer teilen sich dann die gleiche Block-Belohnung auf weniger Konkurrenz auf.

Analysten erwarten, dass die Hashrate in den kommenden Wochen stabil bleibt oder leicht steigt. Sollte der Bitcoin-Kurs über 90.000 US-Dollar klettern, dürften abgeschaltete Miner wieder aktiv werden. Die nächste Difficulty-Anpassung wird für Mitte Oktober 2026 erwartet.

In Deutschland spielt das Bitcoin-Mining eine untergeordnete Rolle. Die hohen Strompreise von durchschnittlich 30 Cent pro Kilowattstunde machen das Mining unrentabel. Die meisten Mining-Farmen befinden sich in Ländern mit günstiger Energie, darunter die USA, Kasachstan und Kanada. Die MiCA-Regulierung betrifft Mining nicht direkt, da es keine Finanzdienstleistung darstellt. Allerdings plant die EU-Kommission separate Vorschriften für den Energieverbrauch von Krypto-Mining.

Die Entwicklung der Mining Difficulty bleibt ein wichtiger Indikator für die Gesundheit des Bitcoin-Netzwerks. Ein stabiler Rückgang ohne dramatische Einbrüche zeigt, dass sich der Markt geordnet anpasst.

Haftungsausschluss Die Inhalte auf Coinliva dienen ausschließlich der Information und stellen keine Finanz- oder Anlageberatung dar. Kryptowährungen sind hoch volatil und mit Risiken verbunden. Wir bemühen uns um korrekte und aktuelle Angaben; einzelne Details können sich jedoch ändern. Informieren Sie sich stets selbst, bevor Sie finanzielle Entscheidungen treffen.