In den USA ist am 9. September 2026 das erste börsengehandelte Produkt mit direktem Zugang zu Trons TRX und eingebautem Staking gestartet. Der Canary Staked TRX ETF handelt unter dem Kürzel TRXS an der Cboe BZX Exchange. Für Anleger im DACH-Raum ist der TRX-ETF vor allem als Signal interessant, denn kaufen lässt er sich hier nicht.
Was der TRX-ETF anders macht
Anders als ein einfacher Spot-Fonds legt dieser TRX-ETF den Großteil des Bestands aktiv beim Staking an. Über 90 Prozent der gehaltenen TRX werden gestakt, um zusätzliche Erträge aus dem Netzwerk zu erwirtschaften. Diese Erträge werden nicht separat ausgeschüttet, sondern erhöhen den inneren Wert des Fonds. Die Staking-Gebühren sind auf 20 Prozent der erzeugten Belohnungen gedeckelt, die restlichen 80 Prozent verbleiben im Fondsvermögen.
Die jährliche Verwaltungsgebühr liegt bei 1,10 Prozent und kann in TRX oder in bar beglichen werden. Als Verwahrer der digitalen Vermögenswerte fungiert BitGo, die Barabwicklung übernimmt U.S. Bank, und für das Staking setzt der Anbieter Canary Capital mehrere Dienstleister ein, darunter Luganodes. Zum Start brachte TRX eine Marktkapitalisierung von rund 32,17 Milliarden US-Dollar auf die Waage. Das Tron-Netzwerk wickelte im zweiten Quartal 2026 nach Angaben des Emittenten Transfers des Stablecoins USDT im Volumen von etwa 2,1 Billionen US-Dollar ab.
Warum das für DACH-Anleger zählt
Ein in den USA notierter ETF ist für Privatanleger in Deutschland, Österreich und der Schweiz in der Regel nicht direkt handelbar. Das Muster ist bekannt: Während in den USA immer mehr Krypto-Fonds mit Renditemerkmalen zugelassen werden, greifen DACH-Anleger auf börsengehandelte Schuldverschreibungen in Form von ETPs oder auf die Direktanlage zurück. Warum ein klassischer Krypto-ETF hierzulande fehlt, erklärt unser Überblick zu Krypto-ETFs in Deutschland.
Staking im Fondsmantel und die Steuer
Interessant ist das Staking-Merkmal des TRX-ETF auch wegen der Steuer. Wer TRX oder andere Coins in Deutschland selbst staked, muss die zugeflossenen Belohnungen grundsätzlich als sonstige Einkünfte nach Paragraf 22 EStG mit dem persönlichen Steuersatz versteuern. In einem Fondsmantel greifen dagegen andere Regeln. Anleger, die Staking-Erträge über ein Produkt statt direkt erzielen wollen, sollten die steuerliche Behandlung genau prüfen. Einen praktischen Einstieg zum Kauf über die Bank bietet unser Text zu Kosten, Verwahrung und Steuer.
Der Start von TRXS zeigt, wie schnell sich das US-Angebot ausdifferenziert. Renditemerkmale wie Staking wandern in regulierte Hüllen, die es in dieser Form auf Xetra bislang nicht gibt. Für den DACH-Markt bleibt es zunächst ein Blick über den Atlantik, kein Kaufangebot.