Grayscale rüstet XRP-ETF mit direkter Token-Abwicklung auf
Grayscale hat am 6. Oktober 2026 eine wichtige Änderung an seinem XRP-ETF (NYSE: GXRP) vorgenommen. Der Fonds ermöglicht nun In-Kind-Kreierungen und -Rücknahmen mit XRP-Token direkt. Bisher lief die Abwicklung des XRP-ETF ausschließlich über Bargeld, was höhere Transaktionskosten verursachte.
Die Neuerung betrifft sogenannte Authorized Participants, darunter Macquarie Capital und Virtu Americas. Diese können jetzt XRP-Token direkt gegen ETF-Anteile tauschen, ohne den Umweg über US-Dollar gehen zu müssen. Laut der aktualisierten SEC-Einreichung vom 6. Oktober reduziert das Transaktionskosten und verringert die Tracking-Differenz zum Basiswert.
In-Kind-Abwicklungen sind bei Krypto-ETFs der Standard. Bitcoin-ETFs und Ethereum-ETFs in den USA boten diese Funktion bereits ab dem ersten Handelstag. Grayscale zieht mit dem XRP-ETF nun nach. Die direkte Token-Abwicklung macht den Fonds für institutionelle Anleger attraktiver.
Was In-Kind-Abwicklung für den XRP-ETF bedeutet
In-Kind-Mechanismen erlauben es institutionellen Marktteilnehmern, ETF-Anteile effizienter zu kreieren oder zurückzugeben. Statt XRP-Token zu verkaufen, US-Dollar zu überweisen und dann wieder Token zu kaufen, läuft der Tausch direkt ab. Das spart Handelsgebühren und minimiert Kursschwankungen während der Abwicklung.
Für Kleinanleger ändert sich nichts. Die Anteile des XRP-ETF werden weiterhin über die New York Stock Exchange gehandelt. Der Unterschied liegt in der Liquidität. Geringere Spreads zwischen Kauf- und Verkaufspreis sind die Folge, wenn Authorized Participants günstiger arbeiten können. Das verbessert die Handelbarkeit für alle Anleger.
Grayscales XRP-ETF verwaltet derzeit rund 340 Millionen US-Dollar. Das Fondsvolumen liegt damit deutlich unter dem der großen Bitcoin-ETFs, die zusammen über 50 Milliarden US-Dollar halten. Auch Ethereum-ETFs verwalten mit insgesamt 8 Milliarden US-Dollar ein Vielfaches. Der XRP-ETF bleibt ein Nischenprodukt im Vergleich zu den beiden führenden Krypto-ETFs.
XRP notiert 15 Prozent unter Jahreshoch
XRP notierte am 6. Oktober bei 2,87 US-Dollar. Der Token liegt damit 15 Prozent unter seinem Jahreshoch vom August 2026, als er kurzzeitig 3,38 US-Dollar erreichte. Die Volatilität des XRP-Kurses bleibt hoch. Innerhalb der letzten vier Wochen schwankte der Preis zwischen 2,65 und 3,05 US-Dollar.
Die SEC hat den Spot-XRP-ETF von Grayscale noch nicht endgültig genehmigt. Die In-Kind-Funktion ist ein Schritt in diese Richtung, ersetzt aber nicht die finale Zulassung. Die Aufsichtsbehörde prüft weiterhin, ob XRP als Wertpapier einzustufen ist. Diese Frage ist seit Jahren ungeklärt und beeinflusst die Genehmigung von XRP-ETFs maßgeblich.
Weitere Anbieter warten auf grünes Licht
Neben Grayscale haben auch Bitwise und 21Shares XRP-ETF-Anträge bei der SEC eingereicht. Die Aufsichtsbehörde hat bislang keinen Spot-XRP-ETF genehmigt. Analysten rechnen mit einer Entscheidung bis Ende Oktober 2026. Sollte die SEC einen ersten XRP-ETF genehmigen, dürften weitere Anbieter nachziehen.
Der Krypto-ETF-Markt in Deutschland folgt anderen Regeln. Hier sind nur ETPs über die Deutsche Börse handelbar, keine echten ETFs. Produkte mit XRP-Bezug existieren, jedoch ohne die Kapitalzuflüsse, die US-Spot-ETFs generieren. Die MiCA-Regulierung setzt zusätzliche Hürden für Emittenten im DACH-Raum. Ein direktes Äquivalent zum US-amerikanischen XRP-ETF gibt es in Deutschland nicht.
Die Entwicklung des XRP-ETF-Marktes bleibt eng an die regulatorische Haltung der SEC gekoppelt. Sollte die Behörde XRP endgültig als Nicht-Wertpapier einstufen, würde das den Weg für weitere Krypto-ETFs ebnen. Bis dahin arbeiten die Anbieter an technischen Verbesserungen wie der In-Kind-Abwicklung, um ihre Produkte wettbewerbsfähig zu halten.