Am 8. Oktober 2026 sammelten XRP-ETFs 8,2 Millionen Dollar ein, während Bitcoin-Fonds 244 Millionen Dollar verloren und Ethereum-ETFs 73 Millionen Dollar abgaben. Das ist der dreizehnte Handelstag in Folge, an dem der XRP-ETF-Markt Zuflüsse verzeichnet, doch der Kurs liegt seit Wochen auf der Stelle.
Franklin Templetons XRPZ holte die gesamten 8,17 Millionen Dollar. Die vier anderen XRP-Fonds registrierten Nettobewegungen von null. Bitcoin sah am selben Tag einen Kursrutsch von 83.275 Dollar auf 81.693 Dollar, Ethereum fiel auf 2.495 Dollar. Die kombinierten Abflüsse aus Bitcoin-, Ethereum- und Solana-Fonds summierten sich auf 319,99 Millionen Dollar.
Käufer 13 Prozent im Minus, Zuflüsse gehen weiter
XRP-ETFs halten derzeit Assets im Wert von 1,66 Milliarden Dollar. Investoren haben aber 1,79 Milliarden Dollar eingezahlt, eine Unterwasser-Position von 130 Millionen Dollar oder 13 Prozent. Der XRP-Kurs steht bei 1,38 Dollar, minus 8,9 Prozent auf Wochensicht und minus 49,8 Prozent im Jahresvergleich. Token-Unlocks bei XRP hatten den Kurs bereits früher unter Druck gesetzt.
Analyst Cryptoinsightuk wies darauf hin, dass das aggregierte Open Interest bei XRP um 4,6 Prozent in Token-Terms und 8,6 Prozent in Dollar-Terms gefallen ist. Das deutet darauf hin, dass gehebelte Positionen geschlossen wurden. Er sieht eine bullische RSI-Divergenz im Vier-Stunden-Chart als Signal, dass der Verkaufsdruck nachlassen könnte. Eine mögliche Einstiegszone liege am unteren Ende der aktuellen Preisspanne, ein kurzer Liquidity-Sweep unter die Unterstützung bleibe aber möglich.
Bitcoin-ETFs verlieren 1,21 Milliarden in vier Tagen
In den ersten vier Handelstagen der Woche gaben Bitcoin-, Ethereum- und Solana-Fonds zusammen 1,21 Milliarden Dollar ab. Fidelitys FBTC war mit einem Abfluss von 197,09 Millionen Dollar für 81 Prozent der Bitcoin-Verluste verantwortlich. Bei Ethereum führte BlackRocks ETHA mit 71,12 Millionen Dollar die Abgänge an, der achte Tag in Folge mit Nettoabflüssen. Grayscale rüstete seinen XRP-ETF mit direkter Token-Abwicklung auf, doch das änderte nichts an der Flow-Dynamik.
Das Bitcoin-Vermögen in ETFs fiel zwischen dem 6. und 8. Oktober von 111 Milliarden auf 105 Milliarden Dollar. Etwa 5 Milliarden Dollar davon sind auf den Kursrückgang zurückzuführen, der Rest auf Entnahmen. Der Kontrast zu XRP ist auffällig: Trotz eines Jahresverlusts von fast 50 Prozent fließt Kapital in XRP-Produkte, während Bitcoin nach einem moderaten Wochenminus von 4,2 Prozent Abflüsse sieht.
Widerstand bei 1,40 Dollar entscheidend
XRP handelt knapp unter seinem 20-Tage-EMA von 1,4555 Dollar. Der 100-Tage-EMA steht bei 1,34 Dollar, der 200-Tage-EMA bei 1,3788 Dollar. Die Widerstandszone zwischen 1,40 und 1,46 Dollar war in den letzten Wochen nicht zu durchbrechen. Ein Ausbruch darüber würde das technische Bild aufhellen, doch ohne Katalysator bleibt der Kurs in der Seitwärtsbewegung gefangen.
Franklin Templeton dominiert bei XRP-ETF-Zuflüssen
Franklin Templetons XRPZ ist der einzige XRP-ETF mit messbaren Zuflüssen. Die vier anderen Produkte zeigen Stagnation. Das deutet darauf hin, dass institutionelle Käufer sich auf einen Anbieter konzentrieren, statt das Kapital auf mehrere XRP-ETFs zu verteilen. Diese Konzentration könnte ein Vorteil sein, wenn Franklin seine Position ausbaut, oder ein Risiko, falls der Fonds plötzlich Abflüsse sieht.
Die Zuflüsse in XRP-ETFs widersprechen der Kursrealität. Entweder spekulieren Käufer auf eine Erholung, die bisher ausbleibt, oder institutionelles Kapital baut Positionen auf, ohne dass der Markt darauf reagiert. Die nächsten Wochen zeigen, ob die dreizehnwöchige Zufluss-Serie den Kurs nach oben zieht oder die Unterwasser-Position weiter wächst. XRP-ETF-Investoren sind geduldig, doch die technische Lage bleibt angespannt.