BlackRock IBIT dominiert Bitcoin-Zuflüsse
Bitcoin ETF-Produkte verzeichneten am Dienstag Nettozuflüsse von 118,86 Millionen Dollar, nachdem am Montag noch 90 Millionen Dollar abgeflossen waren. BlackRock IBIT führte die Bewegung mit 122 Millionen Dollar an, mehr als der gesamte Netto-Zufluss über alle Bitcoin-Fonds hinweg. Morgan Stanley MSBT steuerte weitere 7,84 Millionen Dollar bei, während Grayscale Bitcoin Mini Trust 10,97 Millionen Dollar verlor.
Die Zuflüsse überraschen, denn sie erfolgten während einer Phase erhöhter Volatilität. Institutionelle Anleger nutzen offenbar Kursrückgänge als Kaufgelegenheit. Das Volumen von BlackRock IBIT allein überstieg die kombinierten Abflüsse kleinerer Fonds, was auf konzentrierte Akkumulation durch große Player hindeutet. Fidelity FBTC verzeichnete keine nennenswerte Bewegung, was darauf hindeutet, dass die Aktivität primär bei BlackRock stattfand.
Die Zuflüsse kamen trotz eines Kursrückgangs von über 86.600 Dollar auf unter 84.000 Dollar. Bitcoin handelte zum Zeitpunkt der Datenerfassung bei rund 83.414 Dollar, ein Minus von 2,4 Prozent über 24 Stunden. Das Handelsvolumen der Bitcoin-ETFs erreichte 1,84 Milliarden Dollar, das kombinierte Nettovermögen liegt bei 110,68 Milliarden Dollar.
Ethereum-Fonds bluten weiter
Im krassen Gegensatz zu Bitcoin verloren Ethereum-ETFs 201,89 Millionen Dollar, ausnahmslos aus BlackRock ETHA. Alle anderen Ethereum-Fonds verzeichneten keine Nettobewegung. Die Abflüsse stiegen damit von rund 51 Millionen Dollar am Montag auf über 200 Millionen Dollar am Dienstag und markieren eine sechstägige Abflussserie von insgesamt etwa 408 Millionen Dollar.
Die Divergenz zwischen Bitcoin und Ethereum könnte auf unterschiedliche Gewinnmitnahme-Muster zurückzuführen sein. CryptoQuant-Mitarbeiter MorenoDV wies darauf hin, dass Bitcoin weiterhin deutlich über der geschätzten Kostenbasis aktiver Trader von 68.900 Dollar liegt. Die nächste Erholungsphase hänge davon ab, ob neue Nachfrage die Verkäufe absorbieren könne.
Ethereum-ETFs in der sechsten Abflusswoche
Die 201,89 Millionen Dollar, die aus Ethereum-Fonds abflossen, stammen ausschließlich aus BlackRock ETHA. Kein anderer Ethereum ETF verzeichnete am Dienstag Bewegungen, weder Zuflüsse noch Abflüsse. Das deutet darauf hin, dass die Verkäufe gezielt aus diesem einen Produkt kamen, möglicherweise von institutionellen Investoren, die ihre Positionen umschichten.
Die sechstägige Abflussserie summiert sich auf 408 Millionen Dollar. Zum Vergleich: Bitcoin ETF-Fonds sammelten im selben Zeitraum über 300 Millionen Dollar ein. Die Schere zwischen beiden Asset-Klassen öffnet sich weiter. Während Bitcoin als digitales Gold institutionelle Nachfrage anzieht, kämpft Ethereum mit einer Identitätskrise. Ist es ein Zahlungsnetzwerk, eine DeFi-Plattform oder ein Wertspeicher? Der Markt scheint sich noch nicht entschieden zu haben.
Andere Krypto-ETFs im Minus
XRP-ETFs zogen 3,1 Millionen Dollar an, während Solana-ETFs 3,7 Millionen Dollar verloren. Zcash-ETFs verzeichneten keine Nettobewegung. Die Konzentration der frischen Bitcoin-Zuflüsse auf wenige große Fonds deutet auf institutionelle Akkumulation hin, während Ethereum offenbar unter anhaltendem Verkaufsdruck steht.
Was steckt hinter der Divergenz?
CryptoQuant-Analyst MorenoDV bietet eine Erklärung: Bitcoin handelt weiterhin deutlich über der geschätzten Kostenbasis aktiver Trader von 68.900 Dollar. Trotz des Rückgangs auf 83.414 Dollar bleiben viele Positionen im Gewinn. Gewinnmitnahmen sind daher rational, doch neue Käufer treten in den Markt ein und absorbieren das Angebot.
Ethereum dagegen befindet sich in einer schwächeren Position. Der Preis stagniert, Layer-2-Lösungen ziehen Gebühreneinnahmen ab, und die Staking-Renditen reichen nicht aus, um Kapital zu halten. Institutionelle Anleger, die vor Monaten in Ethereum-ETFs eingestiegen sind, könnten nun umschichten, um Verluste zu begrenzen oder Kapital in performantere Assets zu verschieben.
Ausblick für DACH-Anleger
Die SosoValue-Daten vom 7. Oktober 2026, 18:05 UTC, zeigen ein gespaltenes institutionelles Sentiment: Bitcoin ETF-Fonds ziehen trotz Kursschwäche Kapital an, Ethereum verliert es trotz stabiler Fundamentaldaten. Für Anleger im DACH-Raum, die über Xetra handeln, bleibt die Frage, ob sich diese Schere weiter öffnet oder ob Ethereum-Fonds bald wieder Zuflüsse sehen werden.
Sollte Bitcoin die 85.000-Dollar-Marke zurückerobern, könnten weitere Zuflüsse folgen. Ethereum benötigt dagegen einen Katalysator, der über technische Upgrades hinausgeht. Ohne neue Anwendungsfälle oder regulatorische Klarheit bleibt der Verkaufsdruck bestehen. Die nächsten Wochen werden zeigen, ob Ethereum die Wende schafft oder ob die institutionelle Flucht anhält.