Bitmine kauft 15.000 ETH in einer Woche - Staking bringt 363 Millionen Dollar
Bitmine Immersion Technologies hat in der ersten Oktoberwoche 15.112 ETH gekauft und hält damit insgesamt 6,02 Millionen Ethereum-Token. Das entspricht 4,9 Prozent des gesamten Ethereum-Angebots von 122,1 Millionen Token. Bei einem Kurs von 2.726 Dollar am 5. Oktober 2026 ist die Position 16,4 Milliarden Dollar wert. Das Unternehmen verfolgt eine Staking-Strategie, die sich deutlich von den klassischen Bitcoin-Treasury-Firmen unterscheidet.
Bitmine setzt 84 Prozent seiner Ethereum-Bestände im Staking ein. Von den 6,02 Millionen gehaltenen Token sind 5,07 Millionen über die eigene MAVAN-Plattform gestaked. Das generiert nach Unternehmensangaben jährliche Staking-Erträge von 363 Millionen Dollar. Diese Einnahmen fließen zurück in den Kauf weiterer ETH, wodurch eine Aufwärtsspirale entsteht. Die Strategie kombiniert Kursgewinne mit laufenden Erträgen, was in der Krypto-Branche selten ist.
Firmenchef Tom Lee betonte die starke Performance von Ethereum im dritten Quartal 2026. Ethereum übertraf den S&P 500 um 68,32 Prozentpunkte, trotz erheblicher makroökonomischer Gegenw inde. Am Tag der Ankündigung notierte ETH bei 2.711 Dollar, ein Plus von 0,37 Prozent. Über einen Monat legte Ethereum um mehr als 10 Prozent zu, über drei Monate um über 50 Prozent.
Strategy-Modell mit Staking-Twist
Bitmine startete seine Treasury-Strategie am 30. Juni 2025 und kauft seitdem jede Woche Ethereum nach. Das Modell ähnelt dem von Strategy, das mit Bitcoin arbeitet. Der entscheidende Unterschied liegt im Staking. Ethereum-Staking ermöglicht laufende Erträge zwischen 3 und 5 Prozent jährlich, während Bitcoin-Holder auf Kursgewinne angewiesen sind. Strategy hält über 4 Prozent aller Bitcoin, generiert damit aber keine laufenden Einnahmen.
Die 363 Millionen Dollar jährliche Staking-Einnahmen bei Bitmine entsprechen einer Rendite von etwa 2,2 Prozent auf die Gesamtposition von 16,4 Milliarden Dollar. Das erscheint niedrig, liegt aber an der Berechnungsmethode. Auf die gestakten 5,07 Millionen ETH bezogen ergibt sich eine Rendite von rund 2,6 Prozent, was unter der üblichen Staking-Rendite liegt. Bitmine nutzt vermutlich einen Teil der Rewards für Liquidität oder reinvestiert sie sofort in neue Käufe.
Neben Ethereum hält Bitmine 214 Bitcoin, Beteiligungen an Beast Industries im Wert von 180 Millionen Dollar und Eightco Holdings im Wert von 117 Millionen Dollar, plus 643 Millionen Dollar in Bar und Wertpapieren. Die Gesamtbilanz über alle Krypto- und liquiden Vermögenswerte beträgt 17,4 Milliarden Dollar. Das macht Bitmine zu einem der größten institutionellen Ethereum-Holder weltweit.
Institutionelles Staking wächst schneller als ETFs
Während Bitcoin-ETFs weiter Kapital anziehen, bleibt Ethereum-Staking ein Nischenthema. In den USA sind Staking-ETFs zugelassen, im DACH-Raum jedoch nicht. Deutsche Anleger können keine Staking-ETFs kaufen, weil die EU-Regulierung sie als zu komplex einstuft. Das verschafft Treasury-Firmen wie Bitmine einen Vorteil gegenüber regulierten Fonds.
Bitmine profitiert von einem weiteren Effekt. Ethereum-Staking bindet Token für längere Zeit und reduziert das frei handelbare Angebot. Je mehr institutionelle Akteure wie Bitmine große Mengen staken, desto knapper wird ETH auf dem Markt. Das könnte den Kurs langfristig stützen, unabhängig von der Nachfrage durch ETFs. Die Kombination aus reduziertem Angebot und laufenden Staking-Rewards macht die Strategie attraktiv.
Die Staking-Erträge von 363 Millionen Dollar jährlich übersteigen die Gewinne vieler mittelständischer Unternehmen. Bitmine verwandelt damit eine passive Haltestrategie in ein ertragsgenerierendes Geschäftsmodell. Sollte der Ethereum-Kurs weiter steigen, wächst auch der Wert der Staking-Rewards. Bei einem Kurs von 3.000 Dollar würde die Position 18,1 Milliarden Dollar wert sein, die Staking-Einnahmen lägen dann bei über 400 Millionen Dollar jährlich.
Risiken der Konzentration auf eine einzelne Position
Die extreme Konzentration auf Ethereum birgt Risiken. Sollte der Kurs einbrechen, trifft es Bitmine härter als diversifizierte Fonds. Die 214 Bitcoin und die Beteiligungen machen zusammen weniger als 10 Prozent der Gesamtposition aus. Ein Kursrückgang von Ethereum um 30 Prozent würde die Bilanz um fast 5 Milliarden Dollar schrumpfen lassen. Die Staking-Rewards könnten solche Verluste nicht kompensieren.
Zudem ist unklar, wie liquide die gestakten Token sind. Ethereum-Staking erlaubt mittlerweile Withdrawals, doch bei 5,07 Millionen gestakten ETH könnte ein Verkauf den Markt bewegen. Bitmine sitzt damit in einer ähnlichen Falle wie Strategy mit Bitcoin. Beide Firmen können ihre Positionen nicht schnell auflösen, ohne den Kurs zu belasten. Das macht sie anfällig für längere Bärenmärkte.