BlackRock trägt 88 Prozent der ETH-ETF-Abflüsse
Ethereum-ETFs verloren in der Woche bis 9. Oktober 2026 insgesamt 542 Millionen Dollar. Das ist die schwerste Woche seit Januar für Ethereum-ETFs. Der Löwenanteil stammt aus einem einzigen Fonds: BlackRocks ETHA gab 477 Millionen Dollar ab, was 88 Prozent der gesamten Abflüsse entspricht. Der Fonds verzeichnete neun aufeinanderfolgende Handelstage mit Netto-Abflüssen seit dem 29. September.
Bitcoin-ETFs zeigten im selben Zeitraum ein anderes Muster. Sie verloren zwar 679 Millionen Dollar über die Woche, erholten sich aber am Freitag mit 21 Millionen Dollar Zuflüssen. BlackRocks IBIT schloss die Woche mit einem minimalen Plus von 1,1 Millionen Dollar ab, nachdem der Fonds am Mittwoch 207,7 Millionen Dollar verloren hatte.
Der Unterschied liegt in der Breite der Bewegung. Bei Bitcoin verteilten sich die Abflüsse: Fidelity FBTC verlor 380 Millionen, ARK 21Shares ARKB 207 Millionen. Bei Ethereum konzentrierte sich fast alles auf ETHA. Der einzige Ethereum-Fonds mit Zuflüssen war Morgan Stanleys MSSE mit mageren 1,3 Millionen Dollar.
ETH fiel unter 2.500 Dollar
Der Ethereum-Kurs rutschte während der Abflusswelle unter 2.500 Dollar. Am 8. Oktober notierte Bitcoin bei 80.427 Dollar, dem Tief der Woche. Die Verkäufe an diesem Tag erreichten 244 Millionen Dollar allein bei Bitcoin-ETFs. Institutionelle Anleger reduzierten Risiko, anstatt Kapital zwischen Krypto-Assets umzuschichten.
Glassnode argumentierte in seiner Analyse vom 9. Oktober, dass jeder Ausbruch ein stärkeres Spot-Volumen und erneute ETF-Käufe benötigt. Beides fehlt derzeit. Die Daten zeigen Verkaufsdruck ohne Gegenbewegung.
Warum Ethereum härter getroffen wird
Bitcoin-ETFs sammelten seit ihrer Zulassung im Januar 2024 über 60 Milliarden Dollar ein. Ethereum-ETFs starteten später und erreichten nie vergleichbare Volumina. Die strukturelle Nachfrage bleibt schwächer.
Ein zweiter Faktor: Ethereums Narrativ als produktive Asset-Klasse funktioniert im ETF-Format nicht. Staking-Erträge fehlen. Regulierung verhindert, dass US-ETFs gestakte ETH halten. Anleger, die Rendite suchen, weichen auf direkte Positionen oder DeFi aus.
Bitcoin dagegen läuft als reines Store-of-Value-Investment. Das übersetzt sich klarer in ein passives Wertpapier. Institutionelle Portfolios, die Krypto-Exposition ohne operatives Risiko wollen, greifen eher zu BTC-ETFs.
Weitere Krypto-ETFs unter Druck
Solana-ETFs verloren 25 Millionen Dollar über fünf negative Sitzungen, hauptsächlich über Bitwise BSOL. Zcash ZCSH gab 30,8 Millionen in der Woche ab, insgesamt 108,4 Millionen über zwei Wochen. Hyperliquid-ETFs büßten 9,4 Millionen ein.
Insgesamt flossen über alle Krypto-ETFs hinweg 1,29 Milliarden Dollar ab. Nur Bitcoin-ETFs und Ethereum-ETFs machten zusammen 986 Millionen aus. Das verbleibende Segment ist klein, aber die Bewegung ist einheitlich: Verkaufsdruck auf breiter Front.
Was institutionelle Anleger gerade tun
Die Liquidationen erreichten laut mehreren Quellen 651 Millionen Dollar in der Woche. Ethereum-Layer-2-Lösungen sahen ebenfalls sinkende Aktivität. Hawkische Fed-Protokolle vom September, die am 9. Oktober veröffentlicht wurden, verstärkten die Risikoaversion.
Institutionelle Anleger halten ihre Bitcoin-Positionen weitgehend stabil, wie die schnelle Erholung bei IBIT zeigt. Ethereum wird dagegen aktiv reduziert. Das deutet auf eine Neubewertung der relativen Chancen hin. Bitcoin gilt als ausgereifter, liquider und weniger anfällig für technische Risiken.
Ethereums technische Roadmap bringt Unsicherheit. Upgrades verzögern sich, Gas-Gebühren bleiben trotz Layer-2-Wachstum ein Problem für die Mainchain-Nutzung. Layer-2-Lösungen kannibalisieren Mainchain-Gebühren, was die langfristige Wertakkumulation des nativen Tokens in Frage stellt.
Ausblick: Kein Boden in Sicht
Neun aufeinanderfolgende Abflusstage bei Ethereum-ETFs ohne Zeichen einer Bodenbildung. Die 700-Millionen-Dollar-Marke seit dem 29. September unterstreicht, wie einseitig die Bewegung ist. Solange keine neuen Käufer einsteigen, setzt sich der Trend fort.
Bitcoin-ETFs könnten sich schneller stabilisieren. Die Zuflüsse am Freitag, wenn auch gering, zeigen zumindest Interesse. Ethereum fehlt diese Dynamik vollständig. Jeder positive Tag in den letzten zwei Wochen blieb aus.
Für Ethereum-ETFs wird es darauf ankommen, ob institutionelle Anleger einen Grund finden, zurückzukehren. Niedrigere Preise allein reichen nicht, wenn das fundamentale Narrativ schwächelt. Bitcoin hat dieses Problem nicht. Die Divergenz zwischen den beiden führenden Krypto-Assets war selten so deutlich wie in dieser ETF-Abflusswelle.
BlackRocks dominante Position bei den Ethereum-Abflüssen wirft Fragen auf. Entweder zieht ein großer Investor oder eine Gruppe koordiniert Kapital ab, oder ETHA diente als bevorzugtes Vehikel für breite Risikoreduzierung. Beide Szenarien zeigen: Ethereum-ETFs fehlt die diversifizierte Investorenbasis, die Bitcoin-ETFs stabilisiert.